Aircargo Club Deutschland warnt vor Cyberkriminalität in der Luftfahrt


Frankfurt am Main, 18. Februar 2020 – Digitale Innovationen sind für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Luftfahrt entscheidend. Jedoch müssen die vorhandenen Sicherheitsstrategien bei dieser Entwicklung Schritt halten, denn Cyberangriffe im Luftverkehr können katastrophale Folgen haben. Wie groß die Bedrohung für die Branche ist und wie sich Unternehmen gegen solche Risiken schützen könnten, diskutierten die Mitglieder des Aircargo Club Deutschland (ACD) bei der aktuellen Veranstaltung in Frankfurt am Main mit Cybersecurity-Experten des FASAG, dem Bundesverband für Luftsicherheit.

Zu Cyberkriminalität zählen Straftaten, die auf Computersysteme und Netzwerke zielen. Ein wichtiges Merkmal bestehe darin, dass die Täter nahezu von jedem Ort der Welt aus agieren und ihre Spuren relativ gut verschleiern können, erklärte Marc Jobelius, Vorstandsmitglied des Federal Aviation Security Association of Germany – Bundesverband für Luftsicherheit e.V. (FASAG) bei der ACD-Veranstaltung in Frankfurt. Im vergangenen Jahr sei jeder zweite Internetnutzer Opfer einer solchen Attacke geworden. Doch nicht nur Privatpersonen, sondern vor allem Unternehmen in der Größenordnung zwischen 100 und 500 Mitarbeitern seien nach Expertenmeinung häufig betroffen.

Bei Angriffen auf Wirtschaftsunternehmen oder kritische Infrastruktureinrichtungen, die den  Luftverkehr betreffen, ist das Schadenspotenzial besonders groß. Auch die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) warne in der Vergangenheit davor, dass einige Computersysteme der Boeing 747-8 und 747-8F für Angriffe von außen anfällig sein könnten.

Um solchen Angriffen vorzubeugen, soll am 31.12.2020 die neue EU-Verordnung 2019/1583 in Kraft treten. Sie sieht vor, Flughafenbetreiber, Luftfahrtunternehmen und Beteiligte der sicheren Lieferkette zu verpflichten, Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf Cyberangriffe zu ergreifen. Des Weiteren solle das Thema luftfahrtspezifische Cybersicherheit in nationale und internationale Ausbildungsprogramme der International Civil Aviation Organisation (ICAO) aufgenommen werden. „Es ist unumgänglich, dass es geschultes Personal gibt, das sich sowohl mit der Luftfahrt als auch im Bereich Cybersecurity auskennt“, weiß auch Prof. Dr. iur Elmar M. Giemulla, Vorstandsvorsitzender des FASAG. Der Verband setzt sich mit seiner Gruppe ausgewiesener Luftsicherheitsexperten für eine umfassende und nachhaltige Verbesserung der Luftsicherheit in Deutschland und Europa ein.

„Cyberkriminalität ist eine ernstzunehmende Bedrohung – gerade für den Luftverkehr. Wir begrüßen deshalb die Bestrebungen, gemeinsame Standards für die Luftsicherheit zu schaffen und Personal adäquat in diesem wichtigen Bereich zu schulen“, sagt Prof. Dr. Christopher W. Stoller, Präsident des Aircargo Club Deutschland.

Wie leicht es stellenweise ist, Computersysteme zu hacken, zeigte Marion Steiner, Mitglied der Unternehmensleitung der IT-Security@Work GmbH, anhand anschaulicher Beispiele aus der Praxis während der ACD-Veranstaltung. Insbesondere durch den Zuwachs im Bereich Cloud Computing weichen Unternehmensgrenzen immer stärker auf und die Bedrohung nehme zu, erklärte Steiner.

 

Über den ACD:

Der Aircargo Club Deutschland (ACD) wurde 1963 als branchenbezogene Interessens- und Diskussionsplattform zur Förderung des Luftfrachtverkehrs gegründet. Die rund 250 Mitglieder sind leitende Unternehmensvertreter der Luftfrachtbranche mit deutschlandweiter oder internationaler Verantwortung. Sie repräsentieren eine Wachstumsbranche, die Menschen, Länder und Industrien verbindet und den freien Welthandel ermöglicht.