Steigende Anforderungen und zu wenig Personal – Digitale Innovationen gegen den Fachkräftemangel in der Luftfracht


Frankfurt am Main, 16. Oktober 2019 – Der zunehmende Onlinehandel bringt immer kleinteiligere Lieferungen hervor und erhöht die Komplexität von Lieferprozessen.  Damit einher geht ein steigender Personalbedarf in der Luftfrachtbranche. Dr.-Ing. Harald Sieke, Abteilungsleiter Luftverkehrslogistik des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik, sieht in der Digitalisierung Potenziale zur Lösung dieses Problems. Bei der aktuellen Veranstaltung des Aircargo Club Deutschland (ACD) in Frankfurt am Main erhielten die Mitglieder Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.

Durch die Digitalisierung und Automatisierung vieler Prozesse kann die Luftfracht bedarfsgerechter operieren und Ressourcen schonen. Zudem entlasten autonome Systeme menschliche Arbeitskräfte bei ihren täglichen Aufgaben. Auf diese Weise lässt sich auch die zunehmende Komplexität besser bewältigen. Dr.-Ing. Harald Sieke vom Fraunhofer Institut IML ist davon überzeugt, dass neue Technologien weitereichende Verbesserungen mit sich bringen werden: „Wir erleben gerade den Beginn des Zeitalters der Künstlichen-Intelligenz und damit grundlegende Veränderungen. Vor allem die Automatisierung ist ein wichtiges Thema, denn sie trägt letztendlich dazu bei, den Fachkräftemangel spürbar zu reduzieren und die gesamte Luftfracht effizienter zu organisieren. Auf diese Weise erhalten wir die Leistungsfähigkeit dieser für uns alle wichtigen Branche.“

Beim ACD bezog sich Dr.-Ing. Sieke unter anderem  auf eine Studie des Fraunhofer Institut IML zur Erforschung des Potenzials von elektrischen fahrerlosen Transportsystemen (eFTS) an Flughäfen. Mithilfe solcher Systeme lassen sich viele Abläufe vereinfachen und effizienter gestalten. Allerdings ist es nicht immer möglich oder sinnvoll, alle Bereiche zu automatisieren. Vielmehr ergänzen sich Mensch und KI-Prozesse gegenseitig. Dr.-Ing. Sieke sieht darin große Chancen: „Eine digital vernetzte und automatisierte Logistik ist nicht nur hoch effizient, sondern bringt auch völlig neue Berufsfelder mit sich und macht die Arbeitswelt wesentlich komfortabler.“

Für Prof. Dr. Christopher W. Stoller, Präsident des Aircargo Club Deutschland, gibt es in diesem Bereich jedoch noch Nachholbedarf: „Der Umgang mit künstlicher Intelligenz wird für die Fachkräfte von morgen immer wichtiger. Diesen Aspekt muss die Branche stärker hervorheben, um das Image zu verbessern und sie für die junge Generation attraktiver zu machen“.

 

Über den ACD

Der Aircargo Club Deutschland (ACD) wurde 1963 als branchenbezogene Interessens- und Diskussionsplattform zur Förderung des Luftfrachtverkehrs gegründet. Die rund 250 Mitglieder sind leitende Unternehmensvertreter der Luftfrachtbranche mit deutschlandweiter oder internationaler Verantwortung. Sie repräsentieren eine Wachstumsbranche, die Menschen, Länder und Industrien verbindet und den freien Welthandel ermöglicht.